Newsletter der Allianz für Artenvielfalt
Ein wichtiger Erfolg – aber noch keine Entwarnung
Während das Umweltministerium "bestehende Engpässe" als "faktisch beseitigt" bezeichnet, zeigen Rückmeldungen aus der Praxis: Finanzierung und Qualität im Arten- und Biotopschutz bleiben gefährdet.
Veröffentlicht am 11.08.2026
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Ein erster großer Erfolg …
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Liebe Unterstützer:innen unserer Petition,
was vor wenigen Wochen noch unerreichbar schien,
haben wir gemeinsam geschafft:
Zahlreiche Maßnahmen können nun doch noch umgesetzt werden. Entscheidend dafür war der gemeinsame öffentliche Druck. Danke, dass Ihr diesen großen Erfolg möglich gemacht habt! |
… aber: Es gibt viele Probleme im Detail
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Die nun bereitgestellten Gelder sind an Auflagen gebunden:
Das Problem ist also noch nicht gelöst. Seid Ihr selbst von fortbestehenden Kürzungen betroffen? Dann schreibt uns bitte kurz. Wir vervollständigen derzeit unser Lagebild. Wir verstehen uns ausdrücklich als Allianz: Es darf nicht dabei bleiben, dass bei einigen die Kürzungen vollständig zurückgenommen werden, während andere mit erheblichen Einschnitten allein bleiben. Daher appellieren wir an das Umweltministerium, gemeinsam mit den vier Regierungspräsidien nachzusteuern, damit die Gelder dort ankommen, wo sie tatsächlich gekürzt wurden – und dringend gebraucht werden!
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… und: Der 2. Teil unserer Petition ist weiterhin offen
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Denn für die Zukunft stehen weitere Kürzungen im Raum. Die Mittel für den Arten- und Biotopschutz sind aber bereits heute so knapp bemessen, dass weitere Kürzungen nicht aufgefangen werden können, sondern unmittelbar zulasten wichtiger Schutzmaßnahmen gehen. Lange entstand der Eindruck, die Kürzungen seien wegen eines unlösbaren Haushaltsengpasses alternativlos. Das ließ Widerstand aussichtslos erscheinen und bremste die öffentliche Reaktion aus.
Die Grafik zeigt jedoch: Der Fehlbetrag von rund
13 Millionen Euro
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Besonders hart traf es ausgerechnet die sogenannten LPR-B-Maßnahmen. Hinter dem sperrigen Begriff steht eines der wichtigsten Instrumente des praktischen Artenschutzes: Mit 1-jährigen Direktaufträgen können Fachleute gezielt und flexibel auf den aktuellen Bedarf von Arten und Lebensräumen reagieren. Notwendige Arbeiten lassen sich vergleichsweise kurzfristig und unbürokratisch umsetzen. Auf unserer Website erklären wir, warum auf diese Maßnahmen nicht verzichtet werden kann. Statt sie durch standardisierte 5-Jahres-Verträge (LPR-A) zu ersetzen, muss ihre Finanzierung dauerhaft gesichert werden.
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Hinter den Zahlen stehen MenschenDie vergangenen Monate waren für viele eine enorme Belastung. Nach dem Schock über die Kürzungen mitten im Jahr folgten Wochen voller Unsicherheit und des Alleingelassenwerdens. Mit vielen Betroffenen wurde bis heute nicht persönlich gesprochen. Auch das hat viel Vertrauen zerstört. Nach langen Jahren enger Zusammenarbeit erleben wir, wie bewährte Strukturen und Partnerschaften von Politik und Verwaltung plötzlich infrage gestellt werden. |
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Die Dokumentation von Filmemacher Tom Reichelt und Landschaftsplaner Wolfram Homburger hält die Krise aus der Sicht von Menschen fest, die Naturschutz vor Ort praktisch umsetzen. Wir möchten Euch diesen Film und die Erfahrungen der Menschen, die darin zu Wort kommen, sehr ans Herz legen.
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Wie Fachwissen & Pflege den Apollo erhalten |
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Beim Schutz hochbedrohter Arten wie dem Apollofalter entscheidet oft jedes Detail: Wo muss gepflegt werden, wann darf gemäht oder beweidet werden – und wann würde dieselbe Maßnahme Schaden anrichten? Nur mit genauer Arten- und Gebietskenntnis lassen sich begrenzte Mittel gezielt einsetzen und wirksame Schutzmaßnahmen entwickeln. Dieses Fachwissen bringen die ökologischen Fachbüros ein. Ebenso wichtig ist, dass die Pflege über viele Jahre kontinuierlich durchgeführt und zugleich flexibel an neue Entwicklungen angepasst werden kann. Genau das ermöglichen LPR-B-Maßnahmen, sie sind unverzichtbarer Teil erfolgreicher Artenschutzprogramme. Die Kürzungen haben den weiteren Erhalt des Apollofalters gefährdet. Erst die kurzfristig wieder freigegebenen Mittel konnten einen Rückschlag verhindern. Jetzt gilt es, die notwendige flexible Folgepflege dauerhaft zu sichern.
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Allianz für Artenvielfalt Wir bringen Fachwissen und die Erfahrungen aus der Praxis in die öffentliche DebatteMit unserer Petition haben wir sichtbar gemacht, wie groß die Unterstützung für einen wirksamen Arten- und Biotopschutz ist. Wie guter Artenschutz gelingt Wir möchten zeigen, wie dieser Schutz tatsächlich gelingen kann: mit ausreichender Finanzierung, wissenschaftlicher Fachkompetenz, langfristiger Planung und einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten – von den ökologischen Fachbüros über Behörden und Landschaftserhaltungsverbände bis hin zu Landwirt:innen, Landschaftspflegebetrieben und Naturschutzverbänden. Alle diese Beteiligten tragen mit ihrer jeweiligen Fachkompetenz dazu bei, bedrohte Arten und ihre Lebensräume dauerhaft zu erhalten. Warum unsere Arbeit weiter nötig ist Der erste Erfolg ist wichtig, Entwarnung gibt es aber nicht. Viele Kürzungen wirken fort, und weitere stehen bereits im Raum. Hinzu kommt nun das sogenannte Effizienzgesetz: Die grün-schwarze Landesregierung hat vor wenigen Tagen einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der alle Berichts- und Dokumentationspflichten betrifft. Was nicht rechtzeitig fachlich verteidigt und neu geregelt wird, soll ab Ende 2027 wegfallen. Dies würde auch für den Bericht über die Umsetzung des Biodiversitätsstärkungsgesetzes gelten. Auch darüber werden wir auf unserer Website und in weiteren Newslettern berichten. Eure Unterstützung und Aufmerksamkeit helfen uns sehr, diese Themen in die Öffentlichkeit zu tragen. |
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Herzliche Grüße Eure Allianz für Artenvielfalt |
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Bildnachweise
Titelbild (Schwalbe im Flug) und Spendenbild
(Schwalbenfamilie): Mattis Karbiener
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