Bündnis 90/Die Grünen
Baden-Württemberg
„Wir werden für einen Aufwuchs der Naturschutzmittel sorgen.“
Quelle: Wahlprogramm zur Landtagswahl Baden-Württemberg 2026, S. 43
Die Roten Listen und das große Nachtfaltermonitoring Baden-Württembergs dokumentieren die Gefährdung zahlreicher heimischer Tier- und Pflanzengruppen. Viele ihrer Lebensräume sind ebenfalls bedroht.
Der Schutzbedarf ist seit Langem wissenschaftlich belegt. Die Mittel müssen endlich steigen.
Die Roten Listen zeigen, wie viele Arten und Lebensräume in Baden-Württemberg gefährdet sind. Das landesweite Nachtfalter-Monitoring macht darüber hinaus sichtbar, wie dramatisch sich die Artenvielfalt innerhalb weniger Jahrzehnte verändert hat: Auf Grundlage von rund 50 Jahren Vergleichsdaten dokumentiert die wissenschaftliche Untersuchung erhebliche Verluste – selbst in besonders wertvollen Schutzgebieten.
In ihrem Wahlprogramm sprechen die Grünen, die in Baden-Württemberg das Umweltministerium führen, davon, dass der Artenverlust ‚eingebremst‘ sei. Doch selbst wenn sich der Artenverlust verlangsamt hätte, wäre das noch keine Trendwende. Um gefährdete Arten und ihre Lebensräume dauerhaft zu erhalten, braucht es kontinuierliche, fachgerecht durchgeführte Schutzmaßnahmen und eine Finanzierung, die sich am tatsächlichen Bedarf orientiert.
Wie viel von den politischen Versprechen im Haushalt ankommt, lässt sich in Cent ausdrücken:
Im Landeshaushalt 2026 entfielen von 100 Euro lediglich 17 Cent auf Naturschutz und Landschaftspflege. Im Haushaltsentwurf für 2027 sinkt dieser ohnehin sehr geringe Anteil weiter:
Beide Regierungsparteien haben sich im baden-württembergischen Landtagswahlkampf 2026 zum Schutz der Natur bekannt. Die Grünen kündigten ausdrücklich zusätzliche Naturschutzmittel an. Die CDU betonte die Bedeutung der Landschaftspflegerichtlinie.
„Wir werden für einen Aufwuchs der Naturschutzmittel sorgen.“
Quelle: Wahlprogramm zur Landtagswahl Baden-Württemberg 2026, S. 43
„Wir bewahren die Schöpfung und unsere heimische Natur“
Quelle: CDU-Regierungsprogramm Baden-Württemberg 2026, S. 58–59
Im Sommer 2026 war von diesen Bekenntnissen nicht mehr viel übrig: In ganz Baden-Württemberg wurden infolge drastischer Mittelkürzungen bereits geplante Arten- und Biotopschutzmaßnahmen eingeschränkt oder vollständig gestoppt.
Die Naturschutzkrise im Sommer 2026 hat gezeigt, wie schnell jahrelange Schutzbemühungen durch kurzfristige Haushaltsentscheidungen gefährdet werden können. Erst nach massiven Protesten lenkte die Landesregierung ein.
Doch die Forderung unserer von mehr als 5.000 Menschen unterstützten Petition bleibt unerfüllt: Die Finanzierung des praktischen Arten- und Biotopschutzes muss sich am tatsächlichen Schutzbedarf orientieren, wie ihn die Roten Listen eindrücklich dokumentieren. Dafür braucht es einen deutlichen und dauerhaft abgesicherten Aufwuchs der Naturschutzmittel, statt weiterer Kürzungen.
Der Haushaltsentwurf 2027 gibt keinen Anlass zur Entwarnung.
Die noch offene Forderung unserer Petition bleibt bestehen.
Hier die Petition unterschreiben